„Casamiento* – aber mit Ei! Und gestern Milchreis mit Früchten!“ Gemeint ist die Schulspeisung, auf die sich Arturo täglich nach dem aus selten mehr als einer Tasse Kaffee bestehendem Frühstück besonders freut. Umso mehr, als auch das Abendessen viel zu oft sehr bescheiden ausfällt. Nicht anders geht es seinen drei Geschwistern, wenn sie morgens mit fast leerem Bauch aus der Gemeinde El Angel zur Schule im Nachbarort Amando Lopez Quintana gehen. In der Region Bajo Lempa, am linken Ufer des Mündungsgebietes des größten mittelamerikanischen Flusses leben rund 7.500 Menschen.

Viele Kinder sind mangel- oder unterernährt. Seitens des Erziehungsministeriums erhalten Schulen Bohnen, Reis, Öl, Getränke- und Milchpulver. Auf dem Menüplan des Schulzentrums in El Marillo II stehen dank Unterstützung einer Solidaritätsgruppe in Deutschland auch Eier, Käse, Gemüse, Obst und – einmal wöchentlich – etwas Fleisch. Mehrere Schulen, Pfarrgemeinden und Solidaritätsgruppen in Deutschland unterstützen die Schulspeisung am Bajo Lempa als eine wertvolle und gesunde Ergänzung der vom Ministerium gelieferten Lebensmittel.

Mit Erfolg: Fast alle Schülerinnen und Schüler kommen regelmäßig zur Schule und nehmen – weil nicht mehr hungrig – wesentlich konzentrierter am Unterricht teil. Mit der Leistungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler stieg auch ihr Notenspiegel. Auch zur regionalen Entwicklung trägt das Projekt bei: Die Lebensmittel hierzu kommen soweit als möglich aus der Region selbst und biologisch produzierte Erzeugnisse werden bevorzugt. Der Einkauf wird von den Schulen selbst organisiert.

Am Bajo Lempa besuchen rund 2.200 Kinder und Jugendliche die Schule, weitere 200 Kinder die Kinderzentren. Bisher fehlt das Geld, um für alle eine ausreichende und gesunde Ernährung sicherzustellen. Benötigt werden täglich ganze 20 Cent je Schüler und Kindergartenkind, also rund 50 EUR jährlich! Insgesamt – will man die Kinderspeisung allen ermöglichen – sicherlich eine große Summe, aber sie könnte auch aus vielen kleinen und einigen mittleren Beträgen bestehen. Zu schaffen wäre es – mit weiteren Einzelpersonen, Firmen und Vereinen, Schulklassen und Kindergärten, Kirchengemeinden und Eine-Welt-Gruppen …

Unterstützt wird von unseren Partnergruppen auch der Schultransport, ohne den für viele Kinder in den abgelegenen Dörfern ihre Schule unerreichbar bliebe. Als Fahrzeuge kommen Pick-Ups und Lastwagen zum Einsatz.

Spendenkonto

Flüchtlingshilfe Mittelamerika e. V.
Bank für Sozialwirtschaft, Köln
IBAN: DE59 3702 0500 0008 2043 00
BIC: BFSW DE33 XXX

Verwendungszweck „Schulspeise“

 

* Reis mit Bohnen