Seit Februar 2016 unterstützen wir das Ministerio de Agricultura y Ganaderia (Ministerium für Landwirtschaft und Viehzucht)  und das Ministrio de Medio Ambiente y Recursos Naturales (Ministerium für Umwelt und Naturressourcen) in El Salvador beim Schutz und beim ökologischen Management der Wälder des Landes und seiner massiv von Erosion bedrohten Böden.

El Salvador ist mit mehr als 300 Einwohnern pro km² das Land mit der höchsten Besiedlungsdichte Mittelamerikas und verfügt über nur noch vergleichsweise geringe und damit um so wertvollere Waldflächen. Die Sorge der Bevölkerung in den betroffenen Regionen um ein Absterben der Wälder und in Folge um ein Versiegen von Trinkwasserquellen ist groß. Die aktuelle Regierung und insbesondere Präsident Salvador Sánchez Cerén fühlen sich dem Schutz der Wälder auch als Erbe der indigenen Völker ausdrücklich verpflichtet.

Auslöser des Projekts war die Borkenkäfer-Kalamität in den Koniferen- und Mischwäldern in der nördlichen Region El Salvadors. Diese Wälder spielen eine entscheidende Rolle als Filter und Speicher des Wassers für das Hauptquellgebiet, das mehr als die Hälfte des nationalen Territoriums versorgt, das Quellgebiet des Rio Lempa. Ebenso gefährdet ist die Region des grenzüberschreitenden UNESCO-Biosphärenreservats Trifinio Fraternidad, in dem auch der wegen seines Artenreichtums bekannte Nationalpark Montecristo liegt und daneben die Bergzone des El Pital mit dem höchstgelegenen Koniferen-Urwald des Landes und einzigartigen Biotopen auf dem höchsten Punkt des Berges. Hier finden Sie ein kurzes Video über die Exkursion bayerischer Wissenschaftler zur Borkenkäferproblematik in den Kiefernwäldern El Salvadors im Februar 2017. Entsprechend den Empfehlungen der Experten stoppte die salvadorianische Regierung den Einsatz von Insektiziden in der Borkenkäferbekämpfung.

Angestoßen haben wir den Abschluss einer Partnerschaft zwischen dem ältesten Nationalpark Deutschlands, dem Nationalpark Bayerischer Wald, und dem ältesten El Salvadors, dem Nationalpark Montecristo. Der Partnerschaftsvertrag wurde im Dezember 2017 von Vertretern beider Parks im Nationalpark Montechristo offiziell unterzeichnet. Diese Partnerschaft wird auch weiterhin von uns begleitet. Aktuelle Schwerpunkte der Partnerschaft zwischen den Parks sind: Umweltbildung, nachhaltiger Tourismus und Besucherinformation und Forschung.

Ebenfalls im Biosphärenreservat Trifinio Fraternidad liegt der Nationalpark San Diego y San Felipe Las Barras, ein tropischer Trockenwald, der sich bis zum Guija-See an der Grenze zu Guatemala erstreckt. In beiden Nationalparks unterstützt die Flüchtlingshilfe Mittelamerika Schutzmaßnahmen und den Aufbau eines ökologischen Tourismus in den kleinen Gemeinden in der Region.

„Verbunden zum Schutz der Wälder und der Biodiversität, Entfernungen überwindend… – 22. Mai 2018, Internationaler Tag der Biodiversität“

Im Mai 2018 fand der erste (Gegen-)Besuch aus El Salvador im Rahmen der Partnerschaft zwischen den beiden Nationalparks Bayerischer Wald und Montecristo statt. Zur Delegation gehörten Vertreter der salvadorianischen Nationalparks und des Tourismusministeriums. Die Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald hatte ein intensives Fachprogramm vorbereitet. Konkret geplant für den Nationalpark Montecristo sind jetzt mit Unterstützung der bayerischen Partner die Ausbildung von Juniorrangern, ein Forschungsprogramm zur Artenvielfalt und eine Schulung zur Umweltbildung für die Ranger. Und Dank einer großzügigen Spende wird es mehrtägige Exkursionen von Schulklassen in den salvadorischen Park geben.

Exkursion zu den Schachten und Hochmooren im Nationalpark Bayerischer Wald

 

 

 

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