Am 24. November wurden sie feierlich eingeweiht: der Comedor der Gemeinde San José Ingenio – eine traditionelle salvadorianische Gaststätte – und die Wanderwege der Gemeinde Majaditas im Nationalpark Montecristo. Der Comedor ist ein gelungenes Gemeinschaftsprojekt der beiden Gemeinden im ältesten Nationalpark El Salvadors mit der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland, dem Nationalpark Bayerischer Wald, den fünf baden-württembergischen Gemeinden der N!-Region-5G, der niederrheinischen Safety GmbH der Familie Beckers, dem salvadorianischen Verein CONACASTE und der Flüchtlingshilfe Mittelamerika e. V..

Mario Schmid, Ranger des Nationalparks Bayerischer Wald und zum ersten Mal zu Gast im Partner-Nationalpark Montecristo verlas das Grußwort von Dr. Franz Leibl, Leiter der Nationalparkverwaltung, auf dessen Empfehlung zur Besucherlenkung beide Projekte zurückgehen. Möglich wurde die Umsetzung des Projekts Comedor dann durch die großzügige Förderung der Deutschen Botschaft in San Salvador. Konsulin und zweite Botschafterin Monika Witzel de Salazar unterstrich die Bedeutung des Tourismus für El Salvador und mögliche Erwartungen insbesondere ausländischer Touristen. Deutlich waren ihr Freude über das gelungene Projekt und Sympathie für die Menschen der beiden Parkgemeinden anzumerken. Für seine vier Amtskollegen aus Frittlingen und Aldingen , Deißlingen und Wellendingen, hatte Bürgermeister Rudolf Wuhrer aus Denkingen – ein Grußschreiben seitens der baden-württembergischen N!-Region-5G geschickt. Sich dem gemeinsamen Ziel der Nachhaltigkeit verbunden fühlend hatten die fünf Gemeinde im „Ländle“ finanzielle Unterstützung für das Projekt möglich gemacht. Die erwartete Nachhaltigkeit war auch der Hintergrund der großzügigen Hilfe der Familie Beckers aus Kevelaer. Sehr schade war es deshalb, dass Ilona Beckers als Vertreterin ihrer Familie und der Geschäftsführung der ABS-Safety GmbH ihre Teilnahme an der Einweihung ganz kurzfristig absagen musste.

Der vom Komitee der Köchinnen von San José Ingenio betriebene Comedor wird insbesondere biologisch angebaute Produkte der Region verarbeiten und traditionelle Gerichte anbieten. Das verbesserte Einkommen der beteiligten Familien wirkt der Migration von noch mehr BewohnerInnen der Dörfer entgegen. Dasselbe Ziel verfolgen die Anlage von Wanderwegen und Aussichtspunkten, die den ParkbesucherInnen ihre Dienste anbietenden Waldführer von Majaditas und die dortige Herstellung von Kunsthandwerk. Später sollen finanzielle Beiträge auch dem Nationalpark zu Gute kommen.
In Sachen Wanderwege und Kunsthandwerk gab es von August bis Oktober vor Ort im Nationalpark Unterstützung von Sophie Wuhrer, Studentin des Studiengangs Nachhaltiger Tourismus der Hochschule Rhein-Waal, Kleve, und von Sandra Mildebradt, Freiwilliger vom Niederrhein.

Gloria Nunez, Repräsentantin der Flüchtlingshilfe Mittelamerika in El Salvador, wie auch die Koordinatorin des Projekts, Lety Méndez, brachte die große Anerkennung und den Respekt zum Ausdruck für die enormen Anstrengungen des vormaligen Präsidenten Salvador Sanchez Ceren zugunsten einer nachhaltigen und die Würde ihrer Bewohner achtenden Entwicklung der Gemeinden. Der ganz besondere Dank und ein kräftiger Applaus galt dann Lety Méndez, der Umweltberaterin der früheren FMLN-geführten Regierung, die als zuständige Koordinatorin in unermüdlicher Weise und mit viel Herzblut die Qualität des Projekts Comedors gesichert hat.

Vier von der Flüchtlingshilfe Mittelamerika durch Jürgen Tönnesen anlässlich der Einweihung den beiden Gemeinden übergebene Bronzereliefs symbolisieren die guten Wünsche und den erhofften Segen für die beiden Projekte: St. Laurentius, Schutzpatron der Köchinnen und Köche, der Erzengel Raphael, Schutzpatron der Wanderer, und – in zweifacher Ausfertigung – der heilige Franziskus von Assisi, Schutzpatron der Natur und Biodiversität.

In einer Zeit, die geprägt ist von einem von Habgier und Egoismus geförderten Klimawandel zollt die Flüchtlingshilfe Mittelamerika den Menschen in San José und Majaditas Respekt dafür, aller Erniedrigung und Ausbeutung zum Trotz, den Montecristo, dieses Juwel der Natur, geschützt zu haben.